Ist-Aufnahme
Wir begleiten den Vorgang einmal vollständig und notieren jeden Griff, jede Wartezeit und jede Rückfrage. Meist zeigt sich dabei mehr als in jedem Prozessdiagramm.
VirtualBuddy.aiProzessautomatisierung beginnt nicht mit Software, sondern mit einer unbequemen Frage: Wie läuft der Vorgang eigentlich — nicht wie er dokumentiert ist, sondern wie er heute gemacht wird? Aus dieser Aufnahme entsteht die Trennung, auf die alles andere aufbaut: Regelfall automatisieren, Ausnahme an Menschen.
Die Technik ist der letzte Schritt, nicht der erste. Vier Teile bestimmen, ob es funktioniert.
Wir begleiten den Vorgang einmal vollständig und notieren jeden Griff, jede Wartezeit und jede Rückfrage. Meist zeigt sich dabei mehr als in jedem Prozessdiagramm.
Was ist der Normalfall, wie häufig ist er, und welche Abweichungen gibt es? Diese Festlegung ist eine Geschäftsentscheidung und wird schriftlich getroffen.
Der Regelfall wird maschinell abgebildet, inklusive Prüfungen, Wiederholversuchen, Protokoll und Benachrichtigung im Fehlerfall.
Jeder Fall, den das System nicht entscheiden kann, landet mit allen Daten bei einer benannten Person — nicht in einem unbeobachteten Postfach.
Erfassen, prüfen gegen Bestellung und Lieferschein, buchen, archivieren — mit Klärungsvorlage bei Abweichung.
Vom Eingang über die Bestätigung bis zur Versandmeldung, über alle beteiligten Systeme hinweg.
Anfrage wird qualifiziert, Positionen aus der Preisliste vorbereitet, Entwurf zur Freigabe vorgelegt.
Neue Artikel, Preisänderungen und Lieferantendaten werden einmal erfasst und in alle Zielsysteme verteilt.
Anträge, Genehmigungen, Übertragung in die Lohnvorbereitung und Erinnerungen bei offenen Vorgängen.
Offene Posten werden erkannt, Stufen eingehalten, Schreiben vorbereitet und Zahlungseingänge zurückgeschrieben.
Zwei Mitarbeitende, die denselben Vorgang bearbeiten, tun es fast nie identisch. Solange Menschen den Prozess ausführen, bleibt diese Streuung unsichtbar, weil jeder die Lücken nach eigenem Verständnis füllt. Eine Automatisierung kann das nicht — sie braucht eine Entscheidung. Genau darin liegt der unterschätzte Wert der ersten Projektphase: Sie erzeugt Klarheit, die auch ohne Technik Wert hätte.
Wir automatisieren bewusst nicht jeden Sonderfall. Wenn der Regelfall vier von fünf Vorgängen abdeckt, ist das Projekt erfolgreich — der Rest geht an Menschen, die dann Zeit dafür haben. Der Versuch, auch die letzten Ausnahmen abzubilden, verdoppelt oft den Aufwand und macht die Lösung so komplex, dass niemand sie mehr wartet.
Von der Automatisierung eines Ablaufs, der eigentlich abgeschafft werden sollte. Es kommt regelmäßig vor, dass ein Bericht seit Jahren erstellt wird, den niemand mehr liest, oder dass eine Freigabestufe keinen erkennbaren Zweck mehr hat. Diese Fälle zu benennen ist Teil unserer Arbeit — auch wenn dadurch der Auftrag kleiner wird.
Ein vollständiger Durchlauf wird am Arbeitsplatz beobachtet und dokumentiert.
Regelfall, Ausnahmen, Zuständigkeiten und Messgrößen werden schriftlich vereinbart.
Automatisierung wird gebaut und zunächst parallel zum bisherigen Weg geprüft.
Nach einigen Wochen wird gegen die Ausgangswerte verglichen und nachjustiert.
Das hängt vollständig vom Ablauf ab und lässt sich nur mit Ihren eigenen Zahlen beantworten — deshalb messen wir Frequenz, Durchlaufzeit und Fehlerquote vor dem Projekt. Häufig liegt der größere Gewinn nicht in der eingesparten Bearbeitungszeit, sondern im Wegfall von Liegezeiten, Rückfragen und Korrekturen.
Möglichst wenig. Gute Automatisierung ist im Alltag unsichtbar: Aufgaben erscheinen dort, wo bisher gearbeitet wurde, nur schon vorbereitet. Neu zu lernen ist meist nur, wie ein Ausnahmefall bearbeitet und wie ein Fehler gemeldet wird.
Jeder Ablauf braucht einen Rückfallweg, und den legen wir vorher fest. Technisch bedeutet das: Vorgänge werden zwischengespeichert und nach der Störung nachgeholt, statt verloren zu gehen. Organisatorisch bedeutet es, dass benannt ist, wer im Ausfall wie weiterarbeitet.
Das ist der Weg, den wir empfehlen. Ein abgegrenzter Vorgang ist schnell produktiv, liefert belastbare Zahlen und schafft Vertrauen für den nächsten Schritt. Große Programme über mehrere Abteilungen verbrauchen ihre Energie meist in der Abstimmung.
Nur im Ausnahmefall. Oberflächengesteuerte Automatisierung, die Klicks in Anwendungen nachahmt, ist störanfällig gegenüber jeder Änderung der Bedienoberfläche. Wir nutzen sie nur, wenn ein System keinen anderen Zugang bietet, und bevorzugen Schnittstellen, Datenbanken oder Dateiübergaben.
Nennen Sie den Ablauf und die beteiligten Systeme. Wir schätzen ein, welcher Anteil davon maschinell laufen kann.
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